Amarone und Appassimento: Was steckt hinter Wein aus getrockneten Trauben?

Kurz gesagt: Amarone della Valpolicella ist ein kraftvoller, trockener Rotwein aus der Gegend nördlich von Verona. Das Besondere: Die Trauben werden nach der Lese mehrere Monate getrocknet, bevor sie gekeltert werden. Diese Methode heißt Appassimento. Die Trauben verlieren dabei viel Wasser, Zucker und Aromen konzentrieren sich, und es entsteht ein dichter, vollmundiger Wein mit meist 15 % Alkohol oder mehr.

Was ist Appassimento?

Nach der Lese werden die besten Trauben in Kisten oder auf Gestellen in gut belüfteten Trockenräumen ausgelegt. Dort trocknen sie typischerweise drei bis vier Monate und verlieren dabei rund 40 % ihres Gewichts. Erst dann werden sie gepresst und langsam vergoren. Weil fast der ganze Zucker vergoren wird, ist Amarone trotz der konzentrierten Frucht ein trockener Wein.

Die Regeln für Amarone della Valpolicella

  • Seit dem Jahrgang 2010 DOCG, Anbaugebiet in der Provinz Verona
  • Rebsorten: vor allem Corvina (45–95 %), dazu Corvinone und Rondinella
  • mindestens 14 % Alkohol
  • mindestens zwei Jahre Reifezeit, die Riserva mindestens vier Jahre

„Classico“ auf dem Etikett bedeutet, dass die Trauben aus dem historischen Kerngebiet der Valpolicella stammen.

Geschmack

Amarone ist tiefdunkel, mit Aromen von Sauerkirsche, getrockneten Pflaumen, Rosinen, Schokolade, Kaffee und Gewürzen. Am Gaumen ist er vollmundig, samtig und lang. Gute Amarone können viele Jahre reifen.

Appassimento-Weine außerhalb der Valpolicella

Den Namen Amarone dürfen nur Weine aus der DOCG tragen. Die Appassimento-Methode wird aber auch für andere Weine verwendet, etwa für IGT-Weine aus Venetien oder Apulien. Sie sind oft weicher, fruchtiger und deutlich günstiger. Daneben gibt es den Ripasso, einen Valpolicella, der auf dem Trester des Amarone ein zweites Mal vergoren wird, quasi der „kleine Bruder“.

Welche Speisen passen zu Amarone?

Amarone verlangt nach kräftigen Gerichten: geschmortes Rind, Wild, Risotto all'Amarone, Braten und vor allem gereifter Hartkäse wie Parmigiano Reggiano oder Monte Veronese. Er ist auch ein hervorragender Meditationswein für sich allein. Servieren Sie ihn bei 16–18 °C und öffnen Sie die Flasche am besten ein bis zwei Stunden vorher oder dekantieren Sie ihn.

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Häufige Fragen

Ist Amarone süß?

Nein, Amarone ist ein trockener Rotwein. Die konzentrierte Frucht und der hohe Alkohol lassen ihn aber sehr weich und füllig wirken. Die süße Variante aus getrockneten Trauben heißt Recioto della Valpolicella.

Warum ist Amarone so teuer?

Durch das Trocknen verlieren die Trauben rund 40 % ihres Gewichts, aus derselben Menge Trauben entsteht also deutlich weniger Wein. Dazu kommen die monatelange Trocknung und die lange Fassreife.

Wie lange kann man Amarone lagern?

Gute Amarone entwickeln sich oft zehn Jahre und länger positiv.

Was bedeutet der Name Amarone?

„Amaro“ heißt bitter. Der Name grenzt den trockenen Amarone vom süßen Recioto ab, der aus denselben getrockneten Trauben entsteht.

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